Leider sind durch die Wirren des 2. Weltkrieges und der nachfolgenden Demokratisierung zahlreiche Unterlagen verloren gegangen. Bei der Durchsicht verschiedener vorhandener Dokumente und der noch erhaltenen Exemplare des Ergoldsbacher Anzeigers stößt man trotzdem immer wieder auf Berichte von Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr Ergoldsbach. Hierzu einige Auszüge.
14. Mai 1873
Laut Bericht an den niederbayerischen Feuerwehrverband Passau bestand das Freiwillige Feuerwehr-Korps Ergoldsbach aus 72 Mann und setzte sich aus 20 Steigern, 20 Rettern, 25 Spritzenmännern und 6 Führern zusammen. Das Amt des Hauptmannes hatte der Bierbrauer P. Schleinkofer inne.
6. August 1876
Neben der Freiwilligen Feuerwehr hatte auch die Pflichtfeuerwehr für den Brandschutz zu sorgen, deren Mitgliederzahl 78 Mann betrug.
Auszug aus dem Jahresbericht 1878
Aus dem Jahresbericht 1878 der Freiwilligen Feuerwehr Ergoldsbach geht hervor, dass die Wehr aus 62 aktiven Mitgliedern, 35 Ehrenmitgliedern und 160 Pflichtfeuerwehrmitgliedern bestand. In diesem Jahr wurde man zu sechs auswärtigen Bränden gerufen. Der Kassenbestand wies ein Guthaben von 78,11 Mark auf.
11. Juni 1885
An diesem Tag erlässt das königliche Bezirksamt Mallersdorf auf Grund des Art. 2 Ziffer 14 des Polizeigesetzbuches vom 26. Dezember 1871 und zu § 368 Ziffer 8 des Reichsstrafgesetzes die distriktpolizeilichen Bestimmungen über das Feuerlöschwesen. Diese beinhalten sieben Abschnitte mit insgesamt 65 Paragrafen.
Die 7 Abschnitte bestehen aus:
1) Feuerwehrpflicht
2) Organisation der Pflichtfeuerwehr
3) Übung der Pflichtfeuerwehr
4) Verfahren bei Bränden in eigenem Gemeindebereich
5) Verfahren bei Bränden in Nachbar-Gemeinden
6) Verfahren bei Waldbränden
7) Strafbestimmungen bei Zuwiderhandlungen
28. Juni 1891
Erste niederschriftlich erwähnte Einladung zu einem Feuerwehrball, abgehalten im Gasthaus Fischer in Jellenkofen.
17. August 1892
Schreiben über die Gewährung eines Zuschusses von 100,- Reichsmark für die Freiwillige Feuerwehr Ergoldsbach, gegeben vom Kreisausschuss der Freiwilligen Feuerwehren des königlichen Bezirksamtes Mallersdorf.
10. Februar 1893
Dem Konditor B. Ortner wird das Ehrenzeichen für 25-jährigen Feuerwehrdienst verliehen.
20. Januar 1895
Bei der Generalversammlung und Ausschusssitzung der Freiwilligen Feuerwehr wurden folgende Herren gewählt:
Hauptmann: Rudolf Selmer,
Vorstand: Bürgermeister Josef Buchmeier,
Adjutanten: Johann Reithmeier und A. Stampfl,
Zugführer: Josef Preißer, Alois Riederer, Alois Deindl
Schriftführer: Math. Meier.
10. Mai 1895
Eine Wasserübung der Feuerwehren Ergoldsbach, Prinkofen und Langenhettenbach geht der im Gasthaus Buchmeier am Pfingstmontag um 14.00 Uhr stattfindenden Delegierten-Versammlung der Freiwilligen Feuerwehren des Amtsbezirks Mallersdorf voraus. Bei dieser Versammlung wird Herr Buchmeier als Ausschussmitglied wieder gewählt, was am 6. Juni gleichen Jahres protokolliert wurde.
18. August 1895
Abhaltung eines großen Festes zum 25-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Ergoldsbach.
23. Januar 1898
Bei der Generalversammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurden folgende Herren wieder gewählt: Bürgermeister Josef Buchmeier als Vorstand. Schmiedemeister A. Reindl als Hauptmann, Ökonom Johann Stampfl als Adjutant, Konditor B. Ortner als Schriftführer, als Zugführer die Herren Bäckermeister Preißer, Schreinermeister Riederer und Bierbrauer Stiegler. Sämtliche Herren erklärten, die Wahl anzunehmen.
25. Juni 1899
Dem Protokoll der ordentlichen Bezirksversammlung der Freiwilligen Feuerwehren des Amtsbezirkes Mallersdorf ist mittels einer Auflistung zu entnehmen, dass 50 Gemeinden des Amtsbezirkes bereits eine Freiwillige Feuerwehr beherbergen. Nur eine Gemeinde ist noch ohne eine solche. Diese 50 Vereine zählen 2.460 Mitglieder und sind ausgerüstet mit 43 Saugspritzen, 26 Druckspritzen und 16 kleinen Spritzen, 48 Meter gummierte und 4.450 Meter nicht gummierte Schläuche, 9 Wasserwagen (Wasserfuhrwerke), 7 Mannschafts- und 4 Steigerwagen, 5 fahrbare Schubleitern, 13 ohne Räder, 12 Anstell-Leitern mit und 83 ohne Stützstangen, 35 einholmige und 20 zweiholmige Hakenleitern sowie 95 Dachleitern.
Darunter befindet sich natürlich auch die Freiwillige Feuerwehr Ergoldsbach mit ihrer Ausrüstung.
8. Juli 1903
Laut Bericht des Verbandes der Feuerwehren von Niederbayern unterhalten von 956 Gemeinden zurzeit 878 Gemeinden eine Freiwillige Feuerwehr mit einer Gesamtmitgliederzahl von 43.500 aktiven Feuerwehrleuten. Nur 78 Gemeinden haben noch keine Freiwillige Feuerwehr und sind bis jetzt noch allein auf eine Pflichtfeuerwehr angewiesen.
25. Juni 1905
Abhaltung einer Bezirksversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Mallersdorf mit der Beschlussfassung, dass am 9. Juli 1905 in Ergoldsbach eine Massenübung mit den Freiwilligen Feuerwehren Ergoldsbach, Winklsaß, Prinkofen und Langenhettenbach durchgeführt wird.
29. März 1910
An den Magistrat von Ergoldsbach wurden Anträge von Pferdebesitzern gestellt, die um eine Befreiung des Spanndienstes baten, da ihre Pferde wegen Krankheit nicht einsetzbar waren.
4. Oktober 1912
Inspizierung der hiesigen Feuerwehr.
12. Januar 1913
Der diesjährige Feuerwehrball wird laut Anzeige im Ergoldsbacher Anzeiger dem Gastwirt Littich übertragen und am Samstag, 18. Januar im Haindl-Garten abgehalten.
20. Februar 1913
Laut Beschluss des Magistrats von Ergoldsbach wird den Pferdebesitzern für das Fahren der Brandspritze eine Entschädigung von 10 Mark und für das Fahren des Mannschaftswagens von 15 Mark gewährt. Für diese Spanndienste waren die Pferde bei der königlichen Versicherungskammer versichert.
6. Januar 1923
Die Regierung des Freistaates Bayern hat den Feuerwehrmännern Landwirt Alois Feichtmeier, Schlossermeister Josef Bockmeier, Konditoreibesitzer Max Ortner, Fabrikarbeiter Johann Münsterer und Landwirt Bartholomäus Biberger für 25-jährigen Feuerwehrdienst das Feuerwehrenabzeichen verliehen.
7. Januar 1923
Inserat im Ergoldsbacher Anzeiger bezüglich der am 7. Januar 1923 stattfindenden Christbaumfeier in der Brauerei Schober (heute Dallmaier).
29. November 1923
Auf Grund des Erlasses des Staatsministeriums des Innern sind Beamte bis zum vollendeten 35. Lebensjahres feuerwehrdienstpflichtig.
19. Januar 1924
Inserat zu einem Feuerwehrball im Ergoldsbacher Anzeiger
18. Mai 1924
Im Ergoldsbacher Anzeiger erscheint eine Aufforderung zum Besuch einer Feuerwehrübung.
12. März 1925
Die Fabrikfeuerwehr der Dachziegelwerke Ergoldsbach hat laut Unterlagen eine Stärke von 53 Mann.
7. Februar 1926
Zeitungsanzeige über eine außerordentliche Generalversammlung.
15. Mai 1926
Fahnenweihe der FF Ergoldsbach
Der Festausschuss besteht aus folgenden Personen:
- Ludwig Ziegler, Ehrenvorsitzender und 1. Bürgermeister
- Ruprecht Ziegler, Vorsitzender
- Hans Reithmeier, Schriftführer
- Franz Detterbeck, Kassier I
- Josef Omasmeier, Kassier II
Zuständigkeiten:
- Dekoration: Franz Hofmeister, Josef Hofmeister, Rudolf Riederer, Jakob Schindlbeck, Alois Eppensteiner
- Empfang und Zugleitung: Chlodwig Selmer und Emil Faller
- Sammeln: Franz Detterbeck, Josef Omasmeier, Chlodwig Selmer und Xaver Krempl.
Festdamen 1926
Festordnung 1926
Amtliche Genehmigung des Gründungsfestes 1926
16. April 1927
Ehrungen und Beförderungen bei der FF Ergoldsbach.
24. Juli 1928
Aus einem Schreiben des Bayerischen Landesfeuerwehrausschusses geht hervor, dass die Verwendung von Feuerlöschgeräten zu anderen Zwecken nicht erlaubt ist. So dürfen zwecks Beschädigung Steigleitern für Bauarbeiten nicht verwendet werden. Die Feuerwehrgerätschaften sind Eigentum der Gemeinde und stehen bei einer Ausleihung im Brandfall der Feuerwehr nicht zur Verfügung.
29. Februar 1929
Das Feuerwehrabzeichen für 25-jährige Dienstzeit wird den Herren Kaufmann Anton Braun, Schreinermeister Rudolf Riederer und Ofenarbeiter Josef Oberhofer verliehen.
10. August 1929
Bekanntmachung im Ergoldsbacher Anzeiger Bezug nehmend auf das fehlende Interesse am Brandplatz Anwesender (Neugieriger) zur tatkräftigen Mithilfe.
7. Mai 1933
Abhaltung eines Feuerschutztages in Ergoldsbach
14. Mai 1933
Der Landesfeuerwehrverband hat eine Neuordnung der Pflichtfeuerwehr angeregt. Man bemühte sich um eine Ablösegebühr, die vom örtlichen Feuerwehrkommando festgelegt wurde, aber höchstens 5 Mark betragen durfte, um sich vom Übungsdienst befreien zu lassen. Die Pflichtfeuerwehr in Ergoldsbach hatte zu dieser Zeit eine Stärke von ca. 100 Mann. Die Übungen fanden immer sonntags statt, die einerseits aus Löschübungen und andererseits aus Exerzierübungen bestanden.
28. Januar 1934
Es findet eine Generalversammlung statt.
2. November 1935
Am Freitagnachmittag fand am Viehmarktplatz eine Vorführung einer fahr- und tragbaren Motorspritze statt. Unter Anwesenheit von Vertretern der Gemeinde sowie der Dachziegelwerke und einer großen Zahl von Gemeindebürgern war man von der Leistung der Motorspritze beeindruckt. Nach mehreren Vorführungen von verschiedenen Herstellern entschloss man sich, eine solche Motorspritze zu erwerben.
18. Juni 1937
Hinweis auf einen Feuerwehrappell.
13. Juli 1939
Antrag von Herrn Chlodwig Selmer an die Gemeinde, endlich Spanndienstaufstellungen vorzunehmen. Er bezeichnet es als untragbaren Zustand, dass es in letzter Zeit schon des öfteren vorgekommen ist, dass bei Bränden kein geeignetes Kraftfahrzeug zum Ziehen der Motorspritze vorhanden war.
30. Oktober 1941
Feuerlöschdienst im Kriege. Nach dem Runderlass des Reichsführers und der deutschen Polizei vom 9. April 1941 muss der Personalstand der Feuerwehren immer ausreichend sein, wobei die durch den Krieg bedingten Personalabgänge durch Heranziehen aller Bürger ohne Ansehen der Person ausgeglichen werden müssen. Die angeordneten Brandwachen müssen in jeder Gemeinde an Sonn- und Feiertagen in einer Stärke von mindestens einer Gruppe ständig einsatzbereit sein, wobei für die Motorspritze genügend Kraftstoff für den nächsten Einsatz vorhanden sein muss. Die Löschwasserversorgung muss durch zusätzliche Maßnahmen wie Stauvorrichtung an Bächen oder durch Anlegen sichergestellt sein.